Jährlich ermöglicht die Konrad-Adenauer-Stiftung einer elften Klasse des Gymnasiums Großburgwedel und einer thüringischen Schule eine zweitägige Fahrt zum Grenzlandmuseum Eichsfeld in Teistungen. Der Ausflug stellt dabei eine passende Ergänzung zu der in Jahrgang 11 behandelten Geschichte der DDR dar.
In diesem Rahmen bekamen wir Schülerinnen und Schüler auch dieses Jahr, vom 15. bis 16. Mai, die Möglichkeit, gemeinsam mit Frau Zietz und Herrn Baberske, durch das Museum an der ehemaligen Grenzanlage tiefer in die Geschichte Deutschlands einzutauchen.
Die diesjährige Fahrt nahm mit dem Thema „Wahlen, Wahlkampf und Populismus“ Bezug zur Gegenwart und half uns, mit Blick auf die Geschichte der DDR, die aktuelle politische Lage einzuordnen. Am ersten Tag durften wir einen Rundgang durch das Museum und über die alte Grenzanlage machen, welcher uns einen interessanten Einblick in das Leben an der Mauer gab. Den folgenden Tag nahmen wir an Workshops teil, in welchen wir zu den verschiedenen Bereichen der Thematik mehr erfahren konnten.
Im Workshop „Die Rolle und Macht der Medien“ verglichen Schülerinnen und Schüler die heutigen Medien mit denen der DDR und untersuchten den Einfluss von Propaganda auf Berichterstattung.
Eine andere Gruppe analysierte die Effekte von Medien auf ihre Konsumenten und wie Menschen, unter anderem durch Soziale Medien, in den Extremismus rutschen können. Außerdem untersuchten sie mit einem Vertreter des Niedersächsischen Verfassungsschutzes, inwieweit Extremismus und Radikalismus unsere Demokratie gefährden.
Eine dritte Gruppe beschäftigte sich mit der Friedlichen Revolution in der DDR und wie die Menschen damals gemeinsam für Freiheit und Demokratie kämpften.
Und auch im vierten Workshop durften sich Schülerinnen und Schüler mit dem Leben im Unrechtsstaat DDR auseinandersetzen. In diesem berichteten Ingo Hasselbach und Nadja Klier über ihre prägende Jugend in der DDR und wie diese ihre politische Haltung heute formte. Ingo Hasselbach kam mit 20 Jahren in der DDR in Haft, wo er sich radikalisierte und nach der Wiedervereinigung den Neonazis anschloss, von denen er sich im weiteren Verlauf distanzierte. Nadja Klier ist die Tochter der bekannten Bürgerrechtlerin Freya Klier und war in ihrer Jugend deshalb bereits der Überwachung durch die Stasi ausgesetzt, sie wurde mit 15 Jahren mit ihrer Mutter gegen ihren Willen aus der DDR ausgebürgert. Diese Erfahrungen prägen sie bis heute.
Die Zusammenarbeit in den Workshops führte unter den Schülerinnen und Schülern aus Thüringen und Niedersachsen zur Diskussion über das heutige Leben in Ost- und Westdeutschland und wo die damalige Teilung bis heute Spuren hinterlassen hat.
Allgemein war das Programm sehr interessant und die Leiter waren immer offen für Gespräche über die geschichtlichen und politischen Themen. Für mich war es eine einmalige Möglichkeit, das Thema so hautnah zu erleben und mit den thüringischen Schülerinnen und Schülern in den Austausch zu kommen. Und obwohl wir das Thema in der Schule schon behandelt haben, sind trotzdem neue und wichtige Eindrücke hinzugekommen.







